Wintertouren-ABC

Wintertouren – Spezial

Ich glaubte es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben“

Joseph Conrad

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Was macht eigentlich den Reiz einer winterlichen Unternehmung im Freien aus….

Die kalte klare Luft, die Reinheit der Natur, das Alleine sein mit den Elementen, das Beschränken auf das Minimale? …viele Faktoren sind sicher schuld daran, dass mittlerweile doch immer mehr Menschen sich zu einer solchen Unternehmung inspirieren lassen, ganz egal ob nun organisiert über einen Reiseveranstalter oder aber als Selfmade-Abenteuer.

Es muss natürlich nicht immer gleich eine Expedition oder eine ähnlich geartete Tour in absolut menschenleere Gegenden sein, es können auch oft die ganz in der Nähe liegenden Orte sein, die einem ein unbeschreiblich schönes und für viele von uns in der heutigen Zeit mittlerweile unbekanntes Erlebnis bescheren können: Ruhe in seiner reinsten Form erleben, einatmen, ausatmen, nur den Wind spüren, das Knirschen des Schnees unter den eigenen Füßen vernehmen, sich nur auf das wesentlichste einmal konzentrieren zu müssen, nämlich auf sich selbst. Kein Auto in der Nähe, kein Handyklingeln, keine Termine, die Uhr ist einfach nicht dein ständiger Begleiter.

Was natürlich nicht heißen soll, dass man nicht mit einem Freund oder Partner oder mehreren Gleichgesinnten auf Tour gehen kann. Denn für denjenigen, der eine Wintertour noch nicht in seinem Reportoire zu stehen hat, birgt solch eine Tour durchaus auch gewisse Gefahren, die man nicht unterschätzen sollte. Umso mehr, wenn es in menschenleere Wildnisgebiete geht, so wie man sie vielfach in Skandinavien antreffen kann.

Die hier folgenden Vorschläge und Hinweise für das Gelingen und Durchführen einer Wintertour, basieren auf eigenen jahrelangen Erfahrungen und Erkenntnissen speziell in Norwegen, sollen kein absolutes Muss darstellen, können jedoch als Gedankenanstöße für die eigene Tourenplanung durchaus behilflich sein und beziehen sich im speziellen weitestgehend auf Touren in Skandinavien, inbegriffen auch Island, Grönland und Spitzbergen, bei letzteren zwei wären allerdings zusätzlich gesonderte Maßnahmen zu beachten, auf die hier erst einmal nicht weiter eingegangen wird.

1. Planung

1.1 Idee, Art und Ziel der Unternehmung

1.2 Anzahl der Teilnehmer

1.3 Streckenplanung

1.4 Einteilen von Zuständigkeiten

1.5 Zeitraum

2. Vorbereitung

2.1 Bekleidung

2.2 Ausrüstung

2.3 Verpflegung

3. Unterwegs

3.1 Gefahrenerkennung

3.2 Orientierung

3.3 Wetter

3.4 Erste Hilfe im Notfall

- Planung -

1.1

Wo soll die Tour stattfinden, will man sich auf Ski oder Schneeschuh fortbewegen, mit oder ohne Pulka, durch`s Gebirge, also durchaus auch mit alpinem Charakter oder eher durch Wald und Tundra, also mit eher kleineren Höhenunterschieden? Wird als tägliche Unterkunft nur das Zelt in Betracht gezogen oder eine Berghütte oder auch ein Mix aus beiden?

Danach kann schon im Vorhinein die Menge des mitzunehmenden Gepäcks und der Verpflegung genauer abgestimmt werden.

1.2

Wie viele Personen wollen an der Tour teilnehmen? Wie ist der Leistungsstand der einzelnen Teilnehmer?

Praktisch und psychisch sinnvoll ist eigentlich immer eine gerade Anzahl an Personen, da das Erledigen von Aufgaben innerhalb der Gruppe oder auch das Sich bewegen während der Tour in einer kleinen Gruppe, von beispielsweise zwei oder vier Personen sich immer besser gestaltet, als wenn drei Leute eine Entscheidung herbeiführen sollen oder Probleme lösen müssen, die ja durchaus entstehen können.

Der Schwierigkeitsgrad und die Länge einer Tour sollte entweder immer am Schwächsten der Gruppe ausgerichtet sein oder es wird von vornherein festgelegt, dass nur Personen mit etwa gleich starker Ausdauer und Kondition daran teilnehmen, um somit von Anfang an eventuell auftretende Schwierigkeiten und Probleme zu minimieren. Trotzdem sollte jedem Teilnehmer bewusst sein, dass unvorhersehbare Probleme immer entstehen können, aufgrund von Krankheit, Verletzung, schlechtem Wetter, unterschiedlicher Auffassung gewisser Vorhaben, usw.

Diese sollten vordergründig immer zugunsten dem Wohl und dem Zusammenhalt der Gruppe gemeinschaftlich gelöst werden, aber auch natürlich der Weiterführung, ggf. aber auch dem gemeinschaftlichen Abbruch der Tour. Für diese Fälle sollten bereits im Vorhinein eine Alternativstrecke und auch ein gewisser “Krisenplan” feststehen.

1.3

Für eine vorherige gute Streckenplanung sind eine oder mehrere topographische Landkarten unerlässlich. Da die Strecke nach Geländeschwierigkeit, wie Tälern, Bergen, Gletschern, Wasserläufen, Mooren, usw. bemessen werden soll, ist ein Kartenmaßstab von 1:25.000 – 1:50.000 erforderlich, um vor allem Entfernungen und Höhenunterschiede zu erkennen. Am besten erweisen sich i.d.R. Karten der jeweiligen Landesvermessungsämter, da diese alleinig nach geographischen und nicht nach touristischen Gesichtspunkten erstellt werden und somit auch alle wichtigen Details darstellen.

Während der Tour ist eine wasserfeste Klarsicht-Kartenhülle sehr praktisch, da sie die Karte vor Regen, Schnee und Abnutzung schützt. Man sollte zusätzlich am besten jeweils eine oder mehrere Kopien der Karte mit sich führen aus dem Grund, das eine Karte verloren gehen kann oder unleserlich wird, bzw. auch bei plötzlich auftretenden Wetterumschwüngen sich eine Gruppe verlieren kann und somit jeder eine Karte zur eigenen Orientierung benötigt.

1.4

Da eine Tour tägliche wiederkehrende Aufgaben erfordert, ist es am besten, diese im vor hinein abzustimmen und eine Aufteilung innerhalb der Gruppe vorzunehmen, da dies ungemein zum Gelingen einer Tour mit beiträgt.

Die anstehenden Aufgaben bestehen im Groben aus Lagerbau, Zeltaufbau, Essenszubereitung, ggf. Holzbeschaffung für offenes Kochfeuer, Wasserbeschaffung, Streckenplanung

Sofern diese Aufgaben im Vorhinein schon abgesteckt sind und auch in der täglichen Wiederkehr gut funktionieren, dann sollten im Großen und Ganzen keine größeren Komplikationen entstehen. Denn diese systematische Aufgabenteilung ist von ganz entscheidender Bedeutung vor allem im Winter, wenn es durchaus auf Schnelligkeit und Genauigkeit ankommen muss. Da sollte es nicht passieren, das man nach einer vielleicht anstrengenden Tagesetappe erschöpft ankommt, es zudem sehr windig und kalt ist, dann erst überlegt, wer baut das Zelt auf oder wer holt Wasser oder schmilzt Schnee, usw. Aber meist einigt man sich doch schon im Vorhinein, oft anlehnend an seine eigenen gewissen Vorlieben oder Kenntnisse.

1.5

Sicher hängt der Zeitraum für die Durchführung einer Winterunternehmung immer auch von der freien Zeit jedes Einzelnen ab und um so mehr Personen daran teilnehmen wollen, um so schwieriger gestaltet sich oft auch die Festlegung dessen. Am sinnvollsten ist es allerdings, den Zeitraum entsprechend der Länge und Gegend einer geplanten Tour festzulegen. Im Großen und Ganzen können wir hier wohl die Monate Januar-April/Mai in Betracht ziehen, da diese als die schneesichersten gelten. So lange es sich um kleine, kürzere Touren, nicht allzu weit entfernt von Ortschaften, handeln sollte, können diese sicherlich zu jeder Winterzeit stattfinden, da hier die Faktoren Tageslicht, Gepäck, Unterkunft nicht die tragende Rolle spielen. Da können für den Neueinsteiger durchaus auch schon einige Kilometer mit Tagesrucksack und etwas Verpflegung durch den Harz oder Thüringer Wald beispielsweise. ein völlig neues Erlebnis darstellen, von dem man im späteren Alltag durchaus lange zehren kann. Aber selbst in diesen beiden Gebieten kann man fantastische Touren von locker 1 Woche Dauer unternehmen und dabei kaum einer Menschenseele begegnen. Oft liegt einem die Faszination der Natur schon unmittelbar zu Füßen.

Soll die Tour allerdings im Hohen Norden Europas stattfinden, muss man sich bewusst sein, dass hier das Tageslicht und die Temperaturen den entscheidenden Punkt darstellen, wonach man sich richten sollte. Wenn das Wetter natürlich auch nicht immer genau vorhersehbar ist, so sind in der Regel die Monate Januar und Februar oft sehr kalt mit Temperaturen, je nach Region bis deutlich unter -30°C und können sich auch sehr stürmisch gestalten. Der März und April bieten oft längere Schönwetterperioden mit traumhaften Schneebedingungen und natürlich schon wesentlich längerem Tageslicht als wir es aus unseren Breiten gewohnt sind.

In diesem Zeitraum gehen die meisten Leute auf Tour. Generell sollte einem aber bewusst sein, dass im Winter jederzeit extreme Wetterumschwünge möglich sind, die oft mehr Anforderungen an Psyche und Physis stellen als andern Orts.

- Vorbereitung -

2.1

Die Auswahl und der Umfang der Ausrüstung kann sicher leicht variieren, besteht aber aus einer gewissen Grundausrüstung, die für das Gelingen einer Wintertour unabdingbar ist.

Bei der Bekleidung, die persönlich gesehen der größten Aufmerksamkeit bedarf, sollten auf keinen Fall fehlen:

  • Absolut winddichte Außenbekleidung, möglichst auch wasserdicht, was im nordischen Winter allerdings nicht immer zwangsläufig notwendig ist
  • Daunenjacke, besonders für den abendlichen Lagerbau oder Essenzubereitung notwendig, da der Körper nur noch wenig Eigenwärme produziert
  • Fleece-oder Wollpullover
  • Thermounterwäsche, -socken, möglichst aus Merinowolle, (besitzt das höchste Wärmerückhaltevermögen am Körper gegenüber allen anderen Materialien, selbst im nassen Zustand)
  • Geeignete (Ski)-Schuhe aus Leder oder mit Goretex-Futter je nach Art der Fortbewegung unterschiedlich, Kunststoff-Stiefel sind nur zu empfehlen, wenn rein alpine Unternehmungen geplant sind
  • Sturmhaube (Balaclava), 2 P. Handschuhe (1x davon auf jeden Fall wasserdicht), Mütze, ggf. Daunenschuhe, etc.
  • Skibrille 100% UV-stabil, mind. Stufe 3 (sie sollte ausreichend dicht am Gesicht anliegen, damit Wind und Schnee nicht eindringen können

2.2

Hier sind nur die wichtigsten Gegenstände aufgezählt, die auf keinen Fall fehlen sollten, persönliche Dinge sind individuell zusammen zustellen

  • Schlafsack mit Komfortbereich bis mind. -25°C (Kunstfaser oder wenn Daune , möglichst mit Membran)
  • Isomatte aus hochverdichtetem Schaumstoff (Evazote) mit wenigstens 15 mm Dicke oder sehr komfortabel sind auch Matten mit Daunenfüllung oder ganz traditionell ein Rentierfell, eher ungeeignet für Wintereinsätze sind luftgefüllte Matten
  • Zelt(wenn geplant) auf jeden Fall Ganzjahreszelte (keine Sommerlauben für den Campingplatz), möglichst Tunnelzelte (sehr gute Lüftungsöffnungen, geräumige Apsiden, ausgewogenes Verhältnis-Raum zu Gewicht) oder Geodätische Zelte (geräumiger Kuppelbau mit bis zu 5 Gestängen, aber schwerer), beide Typen sind sehr windstabil und mit vielen Abspannmöglichkeiten ausgestattet
  • großer Rucksack mit verstärktem Hüftgurt und mind. 60 L Volumen notwendig, besser mehr, wenn denn auch der dicke Schlafsack hineinpassen soll
  • gute Außengestellrucksäcke, welche das Optimum für Touren mit einer Pulka darstellen, sind heutzutage nur noch von skandinavischen Herstellern zu bekommen, diese haben i.d.R. seitliche Aufnahmeösen für das Schlittengestänge, so dass kein extra Zuggurt benötigt wird und das voluminöse und leichte Gepäck problemlos auf dem Rücken transportiert werden ka
  • Kocher und Küchenausstattung, da es hier eine reiche Auswahl an verschiedenen Modellen und Brennstoffen gibt, soll dazu nur ein kurzer Abriss gegeben werden:
  • Spirituskocher – sehr gute Ausstattung mit Töpfen, Pfanne, preiswert, bei Kälte schlechterer Wirkungsgrad
  • Gaskocher – preiswert, leistungsstark, Gaskartuschen aber recht teuer, unterwegs nicht immer nachzukaufen, Mitnahme leerer Kartuschen bis zur Entsorgung, bei größerer Kälte wird die Gasverdampfung problematisch
  • Multifuelkocher – recht teuer in der Anschaffung, kann aber je nach Modell mit

Benzin, Diesel, Petroleum, Spiritus o. auch Gas betrieben werden, recht   sparsamer Verbrauch, unterwegs gut nachzukaufen, sehr hoher Wirkungsgrad,

auch bei Kälte

  • ab wenigstens 2 Personen hat sich als besonders gut ein 2,5l Alu-Topf von Trangia erwiesen, der mit Henkel auch über einem Lagerfeuer seinen  Dienst
  • Thermoskanne, Thermotasse.
  • Besteck (am besten aus Lexan, einem Polykarbonat), dass auch bei Kälte flexibel bleibt und ein Bruchteil eine Edelstahlbestecks auf die Waage bringt
  • in einer Pulka (siehe auch extra Beschreibung) kann man sein Wintergepäck, welches oft über 20 kg, nicht selten 30 kg liegen kann, wesentlich leichter vorwärts bewegen als in einem Rucksack. Da hier der Schwerpunkt dicht über dem Boden liegt, stellt das ca. 2-3 fache eines Rucksackgewichts weitestgehend kein Problem dar. Außerdem hat man nicht die gewohnten Balanceprobleme auf Skiern. Allerdings sollte die Mitnahme einer oder mehrerer Pulken von der Geländestruktur abhängig gemacht werden.
  • sollten Schneeschuhe (siehe auch extra Beschreibung) benutzt werden, können hier verschiedene Modelle zum Einsatz kommen, von den Alten, aber sehr robusten aus Holz, bis hin zu den Modernen aus Aluminium. Auch hier sollten die jeweiligen Modelle abhängig von Geländestruktur und vor allem dem Gewicht des Trägers ausgewählt werden. Die Fortbewegung auf Schneeschuhen ist sehr einfach, da sie keinerlei Vorkenntnisse mit deren Umgang erfordert und kein spezielles Schuhwerk benötigt.
  • wenn denn aber auf Skiern – einem der ältesten Fortbewegungsmittel der Menschheit, gelaufen werden soll, und dies ist immerhin seit über 4000 Jahren nachweislich bekannt, dann kommen hier vorzugsweise nur Telemarkski / Backcountryski (siehe auch extra Beschreibung) mit umlaufenden Stahlkanten in Betracht.
  • Je nach Tourcharakter, sind durchaus verschiedene Bindungen nutzbar. Beinhaltet die Strecke neben lang gestreckten Tälern, bergigen Hochebenen, auch alpines Terrain, wo Gipfelbesteigungen und – abfahrten geplant bzw. zwangsläufig werden, sollte man ganz klar zu einer Telemarkbindung NN 75 mm greifen. Für flachere Strecken und Loipen ist eine verstärkte BC-Ausführung  der Rottefella-NNN oder Salomon-SNS  Norm ausreichend.
  • Skistöcke mit großen Tiefschneetellern, Steigfelle

  • Biwaksack, Schneeschaufel, ggf. Schneesäge

  • ggf.Lawinen-Verschütteten-Such-(LVS)-Gerät, Lawinensonde

  • Kompass, Karte, Signalpfeife, ggf. GPS

  • Erste Hilfe, Kopflampe, Handwärmer, Körperwärmekissen

2.3

Bei der Verpflegung scheiden sich ja bekanntlich oft die Geschmäcker.

Es sollte natürlich vor Beginn einer jeden Tour abgeklärt werden, ob denn die komplette Verpflegung für eine Tour im Gepäck mitgenommen wird, oder ob vor Ort/Hütte nachgekauft werden kann.

Von besonderer Wichtigkeit ist allerdings, dass die Verpflegung entsprechend kalorienhaltig ist. Da der Körper bei Kälte und psychischer Belastung schneller und mehr Kalorien als gewöhnlich verbraucht und somit sehr viel schneller ermüdet, sollten im Winter je nach Länge und Schwierigkeit der Tour pro Person und Tag etwa 3000 – 4000 kcal eingeplant werden. Da diese Menge bei üblichen Lebensmitteln mehrere Kilogramm an Gewicht bedeuten würde, kann sie als tragbare Last nur über gefrier-/getrocknete Nahrung erreicht werden, so dass man dann i.d.R. von ca.1 Kg Nahrung pro Tag ausgehen kann. Diese kann man größtenteils im gut sortierten Outdoor-Fachhandel und in Lebensmittelgeschäften kaufen, aber einige Dinge kann man auch selbst recht einfach herstellen.

Es sollte darauf geachtet werden, dass vor allem Kohlenhydrate in der Nahrung reichlich vorhanden sind, da diese dem Körper die verbrauchte Energie schnell wieder ersetzen, sowie für den Abend zusätzlich Fette zu sich genommen werden, da diese sich langsamer abbauen und zudem den Körper mit zusätzlicher Wärme versorgen.

Einige besonders sinnvolle und empfehlenswerte Zutaten:

  • Müsli, Schokolade, Schoko-/Müsliriegel, Nüsse, Rosinen

  • Puddingsuppen, Knäckebrot, Trockenobst

  • Schinkenspeck, luftgetrocknete Wurst

  • Gefriergetrocknete Tütensuppen mit Nudeln, Kartoffeln, Reis, usw.

  • Pemmikan (Konzentrat aus verschiedenen pflanzlichen und/oder getrockneten Fleischzutaten, Gewürzen, altes Rezept von nordamerikanischen Indianerstämmen)

  • Extratipp! Erbswurst der Fa. Knorr (Getrockneter Erbseneintopf in Form von komprimierten Tabletten)

  • Öl, Butter ist ein wunderbarer Geschmackzusatz, den man draußen in einer kalten Winternacht nie mehr missen möchte

  • Selbstgetrocknete Kartoffelscheiben, die jedem Eintopf die richtige Konsistenz geben

  • In Butter geröstete Brotwürfel, machen jeden Eintopf unvergesslich (sollten allerdings sicher unter Verschluss gehalten werden, sonst sind sie erfahrungsgemäß  aufgebraucht, bevor die Tour zu Ende ist!)

  • Desserts wie Blaubeersuppe, Kaiserschmarren oder Mousse a Chocolate, versüßen abends jeden auch noch so anstrengend gewesenen Marsch

Diese Auswahl stellt keinen Allgemeinanspruch dar, war aber auf etlichen Touren ein schmackhafter und großer Bestandteil der Verpflegung und ist natürlich je nach Geschmack und Länge einer Tour auch abänderbar. Wichtig ist nur, es sollte immer der

notwendige Energiegehalt und die entsprechende Menge an Verpflegung vorhanden sein!

- Unterwegs -

Es ist wirklich ein unbeschreiblich schönes Gefühl, sich auf Ski durch eine klare, glitzernde Schnee-Bergwelt zu bewegen.Die großen Dimensionen und das oft endlos erscheinende Terrain bieten einem Möglichkeiten und Herausforderungen, von denen man sonst nur träumen kann.

Aber, in den Bergen lauern auch Gefahren!

Um diese rechtzeitig zu erkennen oder möglichst sich ihnen nicht auszusetzen, gehört auch eine gewisse Auseinandersetzung mit den Naturgewalten dazu. Gehe deshalb jederzeit mit offenen Augen durch die Landschaft, beobachte sie, sei aufmerksam, registriere Veränderungen, passe dein Verhalten entsprechend an. Gib vor Antritt einer jeden Tour Beginn und geplante Rückkehr, sowie die Gegend bekannt, in der man sich bewegen wird. Dies sollten die Familie oder Freunde zu Hause sein und durchaus auch jemand in der Lokalbevölkerung, wie Tourist-Büro, Hotel, etc. oder auch einen Zettel im Auto sichtbar hinterlegen. Diese Vorsichtsmaßnahmen haben in der Vergangenheit schon so manchem zu schnellerer Hilfe oder sogar Rettung verholfen

3.1

Lawinen stellen die größte Gefahr dar, wenn man sich durch das winterliche Gebirge bewegt. Jedes Jahr kommen durchschnittlich etwa 5 Menschen beispielsweise in Norwegen durch Schneelawinen ums Leben, kein Vergleich zwar zu den Unfällen in den europäischen Alpen, wo jährlich oft über 100 Tote zu beklagen sind, aber jedes Unglück ist eine Tragik in sich selbst und oft auch vermeidbar.

Da eine Vorhersage für Lawinenabgänge sich oft schwierig gestaltet, kann man sich dagegen nur bedingt sichern, indem man das Gelände gut studiert und lawinengefährdete Hänge am besten weiträumig umgeht! Es sollte jedem klar sein, dass die Überlebenschancen bereits nach 30 Minuten unter 50% liegen.

Führt eine Tour jedoch durch lawinengefährdetes Gelände, sollte sich die notwendige Sicherheitsausrüstung wie LVS-Gerät, Lawinensonde und Schneeschaufel auf jeden Fall im Gepäck eines jeden Teilnehmers befinden.

Wichtig für den Ernstfall ist, dass jeder einzelne über die notwendige Kenntnis und den sicheren Umgang damit verfügt.

3.2

Orientierung im Gebirge unterscheidet sich sehr im Gegensatz zum Flachland.

Charakteristische Merkmale wie Gipfel und Kämme mit mehr oder weniger scharf eingeschnitten Tälern, Seen, größeren oder kleineren Wasserläufen sind klare Erkennungsmerkmale, die eine Orientierung recht einfach gestalten und an Hand von entsprechenden Karten leicht nach zu vollziehen sind. Anders sieht es im Winter aus, wenn alles unter einer dicken Schneedecke liegt. Berge sind oft schwieriger zu unterscheiden, da Gletscher, Eisrinnen o.ä. nicht mehr einzeln zu erkennen, Wasserläufe und Pfade oft verschwunden sind, Konturen verwischt werden, Schneefall, Wind oder Nebel die Sicht behindern.

Zwingend notwendig ist es deswegen, zumindest in sehr schwierigem Gelände, dass vorab bei der täglichen Streckenplanung und Kartenarbeit jeder Teilnehmer mit einbezogen wird oder wenigstens jeder weiß, wo sich die Gruppe auf der Karte befindet und nicht nur dem „Leithund“ blindlings hinterher trottet. Das kann bei extremen Wetterumschwüngen ungeahnte Folgen haben.

Zudem sollte die tägliche Streckenlänge den jeweiligen Wetterbedingungen, der Helligkeitsdauer und der Kondition der Gruppe angemessen werden, eingerechnet Pausen, Essenszubereitung und Lagerplatzsuche.

Die absolute Selbstverständlichkeit ist Karte und Kompass für jeden Teilnehmer und natürlich die Kenntnis mit deren Umgang, zusätzlich sehr geeignet ist heutzutage natürlich auch ein GPS, welches seine Vorzüge gegenüber dem Kompass vor allem bei dichtem Nebel und Gelände mit wenigen oder gar keinen natürlichen Orientierungspunkten aufweist. Allerdings wird davor gewarnt, sich alleinig auf dieses elektronische Gerät zu verlassen, da es von Batteriestrom und Satelliten abhängig ist und somit bei einem eventuellen Ausfall völlig nutzlos werden kann. Wer zusätzlich darauf angewiesen ist, sich an Hand von Höhenlinien orientieren zu müssen, sollte einen Höhenmesser mit sich führen, diesen gibt es in mechanischer und elektronischer Ausführung (dann meist in sog. Multifunktionsuhren) oder auch in sehr vielen GPS-Geräten integriert. Die Höhenmeterintervalle sollten m.E. möglichst 10 m nicht überschreiten, da ansonsten die Orientierung, da wo sie wirklich unerlässlich ist, sehr grob und ungenau, ja manchmal sich auch sehr gefährlich gestalten könnte. Man stelle sich vor, man läuft bei Nebel oder Schneesturm in der Nähe einer Schlucht oder Abbruchkante entlang, so kann bei Nichterkennung innerhalb einer Höhendifferenz von 10 m und mehr aller Hand passieren. Diese Anm. sollen nicht zu praxisfern klingen, aber man sollte sich immer dessen bewusst sein, dass, wenn man sich weit entfernt einer Ortschaft und menschlichen Daseins befindet, bei einem Unfall, o.ä., oft nicht mit schneller Hilfe gerechnet werden kann.

3.3

Das Wetter ist dein täglicher Begleiter, auf das man sich einzustellen hat wie auf seinen Partner, man muss es respektieren!

Wind, Regen, Schneefall, Nebel sind die häufigsten Faktoren, auf die man stets gefasst sein muss. Sie sollten schon in der Tourplanung Beachtung finden um ggf. Streckenalternativen zu wählen. Ein oftmalig unterschätzter Aspekt ist der Auskühlungseffekt durch starken Wind, hier können gefühlte Temperaturen bis weit unter -50°C entstehen. Dies tritt um so stärker auf, umso höher die Luftfeuchtigkeit ist. Vor allem wenn man sehr nass geschwitzt ist, nimmt das Kälteempfinden zu, daher gut ventilierende Bekleidung nutzen! Auch wenn einem Schnee oder Regen ins Gesicht blasen und dieser durch die abgegebene Körperwärme verdampft, kühlen diese Partien schnell aus! Örtliche Erfrierungen sind nicht selten die Konsequenz.

Sollte die Wettersituation ein Weiterlaufen einfach nicht zulassen, so ist ein zügiger Lageraufbau der beste Schutz davor. Läuft man Gefahr, dass dieser bei einem plötzlich auftretenden Schneesturm zu lange Zeit in Anspruch nimmt, sollte ein sofortiges Notbiwak Vorrang haben. Daher immer Schneeschaufel und Biwaksack dabei haben!

3.4

Erste Hilfe kann im Notfall lebens- u. überlebenswichtig sein. Daher sollte die richtige Ausstattung sowie Kenntnis bei den jeweiligen Teilnehmern vorhanden sein. Auch Du selbst kannst davon betroffen sein!

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Unterkühlung (Hypothermie)

  • Erfrierungen

  • Knochenbrüche

  • Schneeblindheit

  • Blasen

Für die eventuelle Lagerung oder Abtransport einer verletzten oder kranken Person können verschiedene Hilfsgegenstände in Betracht gezogen werden wie Schlafsack, Isoliermatte, wärmende Alu-Folie o. – Sack, Pulk, Ski, Skistöcke, Schneeschaufel, Seil.

Sind etwaige Verletzungen so schwer, dass professionelle Hilfe benötigt wird, sollte dies so weit möglich, per Mobiltelefon organisiert werden oder jemand los geschickt werden. So lange sollte der Verletzte möglichst nicht bewegt oder weiter gezogen werden, sondern sicher und vor allem warm gelagert werden. Wenn eine schnelle Hilfe nicht in Sichtweite ist, kann ein Schlitten dazu benutzt werden, um entweder die Ausrüstung des Verletzten mit aufzunehmen oder ihn selbst darin zu ziehen. Falls dies nicht möglich ist, kann auch ein Notschlitten aus einem Paar Ski und Skistöcken gebaut werden um so denjenigen weiter zu transportieren.

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Gebt mir Feuer, gebt mir Schnee, gebt mir Kälte, den Rest könnt ihr behalten.“

Jack London