• Andreas Laue

Oslos neue Superlative - Ein Traum für alle Leseratten und mehr...


Foto: Erik Thallaug / Fotofolk


Oslos neuestes Bauwerk, die Bibliothek Deichman Bjørvika, im Stadtteil Bjørvika zwischen Hauptbahnhof und der Osloer Oper gelegen, ist am 18. Juni 2020 mit einer feierlichen Zeremonie, bei der u.a. die Osloer Bürgermeisterin Marianne Borgen und Kronprinz Haakon anwesend waren, eröffnet worden. Sie ist damit die neue Hauptbibliothek von Oslo und gilt gleichzeitig als die Größte in ganz Norwegen.

Das Gebäude besteht aus sechs Etagen mit Literatur, Lese-und Lernräumen sowie einem Kinosaal und Seminarräumen. In seinem Gesamtkonzept gilt das Haus jetzt schon als einzigartig, neben dem eigentlichen Ausleihen und Lesen von Büchern werden hier Konzerte, Messen, Workshops, Kurse in verschiedensten Richtungen für alle Altersgruppen angeboten und das ganzjährig. Im gesamten Hause ist kostenfreies WIFi erhältlich.

Das Restaurant Centropa in der 1. Etage sowie eine Caféteria in der 2. Etage mit Dachterrasse bieten Speisen, Getränke und Gemütlichkeit zum Verweilen an. Der Bau gilt als derzeit größte Investition in ein Kulturprojekt in der norwegischen Hauptstadt.

Das Gebäude wurde entsprechend dem Passivhausstandard gebaut, d.h. es spart im Vergleich gegenüber ähnlichen Gebäuden 50% an Emissionen ein und wurde nach den neuesten innovativen Umwelttechnologien konzipiert und gebaut.



Foto: Erik Thallaug / Fotofolk


Technologie-Highlights:

  • tragende Elemente der Fassade bestehen aus mit Mineralwolle gefüllten Verbundfasern für eine gute Isolierung und einen geringen Wärmeverlust

  • das Belüftungssystem ist in den Boden integriert und fungiert als Druckkammer, wodurch der Energiebedarf reduziert wird.

  • das gesamte Gebäude wird mit Fernwärme beheizt und mit Meerwasser gekühlt, Kühlrohre in der Betonkonstruktion senken die Lufttemperatur und reduzieren damit gleichzeitig den Energiebedarf für die Kühlung

  • für den Bau des Gebäudes wurde kohlenstoffarmer Beton sowie recycelter Stahl verwendet Foto: Lars Schwed Nygård / Deichman


Namensgeber für Oslos Deichman-Bibliotheken ist Carl Deichman, welcher im 18. Jahrhundert in Porsgrunn in der Telemark lebte. Er war Geschäftsmann, Kanzleirat und ein Buchsammler. In seinem Leben baute er eine eigene Büchersammlung von über 6000 Büchern auf, die er 1780 per Testament der Stadt Christiania (dem heutigen Oslo) überschrieb.

Im Jahr 1785 eröffnete die erste Deichmanske Bibliotek. Es begann die Zeit, in der erstmals Bücher öffentlich an die Bürger ausgeliehen wurden und die Bürger selbst auch eigene Bücher der Bibliotek übergaben, um diese weiter zu verleihen. Das neue Flaggschiff ist die 22. Deichmann Bibliotek in Oslo und alle zusammen beherbergen heute insgesamt über 1,1 Millionen Bücher, Filme, Musik und Zeitschriften.

Deichmann ist heutzutage die älteste und größte Volksbibliothek in ganz Norwegen.



Foto: Jo Straube


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