• Andreas Laue

Auf Schneeschuhen unterwegs


Geschichte

Wurden Schneeschuhe in Europa bis Ende des letzten Jahrhunderts noch recht selten benutzt, so erleben sie seit den 2000 er Jahren einen regelrechten Boom.

Im Norden Amerikas spielten sie in etwa die gleiche Rolle, wie der Ski sie in Nordeuropa ursprünglich auch hatte. Beides sind Lösungen des gleichen Problems: Wie kann ich mich durch tiefen Schnee bewegen, ohne dass ich bis an die Knie darin versinke?

Die Vorteile des Schneeschuhes gegenüber dem Ski liegen vor allem darin, dass man mit ihm wesentlich wendiger ist, sei es in unwegsamen Gelände, dichtem Wald oder Buschland. Man rutscht mit ihm beim bergauf laufen nicht zurück, zwangsläufig aber auch nicht bergab, was jedoch hin und wieder auch zu den Vorteilen zählen mag.

Das Gehen auf Schneeschuhen ist halb so schwierig wie es scheint und wohl einfacher als das Skilaufen zu erlernen. Es gibt keine Probleme mit dem Wachsen, auch kaum mit dem Gleichgewicht halten. Stöcke benötigt man nicht zwangsläufig, können aber bei Touren mit Gepäck die Beinmuskulatur entlasten und das Gehen in schwierigem Gelände erleichtern.



Tradition vs. Moderne

Die traditionellen Schneeschuhe aus Eschenholz und netzartigem Gewebe aus Rohlederstreifen sind in Amerika heute immer noch in Gebrauch, sind aber zunehmend durch Modelle mit Aluminium- oder Kunststoffrahmen und Neoprengewebe ersetzt worden. Diese sind gegenüber den Holzvarianten robuster beim Einsatz in felsigem und steilerem Gelände und generell pflegeleichter im Gebrauch, was besonders im Verleih wichtig ist. Die meisten dieser Modelle sind mit Steigkrallen unter der Bindung und Fersensteigbügeln ausgerüstet, welche das bergauf steigen und Laufen auf vereisten Flächen erleichtern.

Für welches Modell man sich letztendlich entscheiden sollte, ob beim Kauf oder im Ausleih, hängt natürlich immer von den eigenen körperlichen Voraussetzungen, Vorlieben und auch von dem Vorhaben ab, welches geplant ist. Die Auswahl ist mittlerweile vielfältig, aber der Umfang der Hersteller ist trotzdem recht übersichtlich geblieben.

Hinsichtlich Erfahrung, Innovation und Sicherheit, haben sich seit einigen Jahrzehnten besonders Modelle der US-amerikanischen Hersteller Atlas, MSR und Tubbs bewährt. Auch deutsche Discounter haben in der Wintersaison neuerdings hin und wieder Schneeschuhe in ihrem Angebot.

Wer aber Wert auf Qualität, Langlebigkeit und vor allem Sicherheit legt, sollte sich dazu bestenfalls in einem Outdoor-Fachgeschäft informieren und beraten lassen. Denn im Fall der Fälle ist mitten in den Alpen oder der Wildnis Skandinaviens (glücklicherweise) kein Aldi & Co. um die Ecke, um zu reklamieren oder geschweige denn reparieren zu lassen.

Für Verfechter und Liebhaber alter Handwerkskunst und Naturmaterialien, ist der Traditionshersteller Iverson Outdoors aus Michigan, USA wahrscheinlich einer der letzten Hersteller weltweit von Holz-Schneeschuhen. Die Firma fertigt seit über 65 Jahren und unverändert in Handarbeit, verschiedene Modelle aus Eschenholz, bespannt mit Rawhide (Rohleder vom Rind) bzw. Neopren, von höchster Qualität.



Varianten des Holz-Schneeschuhes


Von den traditionellen Varianten des Holz-Schneeschuhes haben sich bis heute vor allem diese drei Typen bewährt:


Alaska - Schneeschuh

Der Alaska - Schneeschuh ist vor allem dazu gedacht, sich über weite offene Flächen tiefen Pulverschnees rasch voran zu bewegen. Er ist von den drei Modellen der schmalste und längste Schneeschuh und damit in Form und Gebrauch dem Ski am ähnlichsten. Durch sein spitz auslaufendes Ende ist er besonders spurstabil und eignet sich in Verbindung mit Ski- oder Teleskopstöcken sehr gut für längere Touren mit Gepäck. Andererseits ist er etwas schwerer und weniger wendig als die anderen Modelle und daher für raues und dicht bewachsenes Gelände nicht so gut geeignet.


Bear Paw - Schneeschuh

Der Bear Paw- (Bärentatzen-) Schneeschuh ist von allen drei Modellen am kürzesten und leichtesten. Er lässt die größte Bewegungsfreiheit zu und ist daher für schwieriges Gelände am besten geeignet. Anfänger kommen daher mit dem Bear Paw meistens am besten zurecht, sofern sie nicht mit allzu schwerem Gepäck durch tiefen Pulverschnee wandern wollen.. Er ist kleiner als die anderen Modelle, verteilt das Gewicht auf weniger Fläche und sinkt demzufolge etwas tiefer ein. Die Spitze ist meist nicht oder nur sehr gering nach oben gebogen, da man den Bear Paw bei jedem Schritt vom Boden abhebt


Michigan - Schneeschuh

Der Michigan-Schneeschuh ist etwas kürzer und breiter als das Alaska-Modell und geringfügig leichter. Er nimmt unter den drei verschiedenen Typen eine Zwischenstellung ein. Da er wendiger als der „Alaska" ist, eignet er sich besser für raues Gelände und Wald und ist gleichzeitig, dank seiner größeren Auflagefläche, dem „Bear Paw" in sehr tiefem und lockerem Schnee auf offenen Flächen überlegen. Beim Michigan- sowie Alaska-Schneeschuh ist die vordere „Spitze" in der Regel nach oben gebogen, damit er ähnlich, wie mit dem Ski auch, über die Schneeoberfläche geschoben werden kann.







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